Flaschen Früchte Export

Ausgabe



VOLUME 44
03.2020

Wirtschaft


25 Jahre EU-Mitgliedschaft - Wendejahr 1995

Dr. Michael Blass


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Als fast alles anders wurde

Die Sprache der Bilder – Bilder schreiben sich dem kollektiven Gedächtnis ein. Rufen wir das Bild zum österreichischen Staatsvertrag ab, so sehen wir die Verhandler auf den Balkon des Wiener Schlosses Belvedere treten, im Zentrum der österreichische Außenminister Leopold Figl. Die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben, als er den Jubelnden und Schaulustigen im Barockgarten das auf der Seite mit den Wachssiegeln aufgeschlagene Dokument zeigt, quasi eine visuelle Authentifizierung und gemeinschaftliche Affirmation durch die Bürgerinnen und Bürger. Die damit konnotierte, historisch gewordene verbale Signatur lautet „Österreich ist frei!“.

Literatur
[1] Ein Aperçu zu Außenminister Mock: Neben dem Busserl beim Beitritt bleibt dieser erste politische Jungstar der zweiten Republik, der 1969 bereits mit 35 Jahren zum Unterrichtsminister im Kabinett Klaus II avanciert war, mit drei weiteren Bildern präsent. Als ihm die Wähler im November 1986 den sicher scheinenden Einzug ins Kanzleramt verwehrten, erlebten die Fernsehzuseher einen, wohl schon von einem frühen Stadium seiner Erkrankung geschwächten, versteinert dastehenden Oppositionschef, der vom nassforschen Stimmenverdoppler Jörg Haider beim ORF-Interview wie ein Objekt aus dem Fokus der Kamera gerückt wurde. Heiterer sind die Fotos vom negligierten Dresscode: Auch 1987 machten einem Außenminister weder weiße Söckchen noch enge Shorts einen „schlanken Fuß“, selbst wenn über dem damaligen Staatsbesuch in Jordanien ostmediterrane Hitze brütete. Nichts weniger als historisch sind schließlich die Szenen mit Mocks ungarischem Amtskollegen Gyula Horn anlässlich des Paneuropäischen Picknicks am 27. Juni 1989. Drei Monate vor der offiziellen ungarischen Grenzöffnung am 19. August durchschnitten die beiden Außenminister symbolisch den jahrzehntelang als Eiserner Vorhang funktionalen Maschendrahtzaun.
[2] Vgl. „e“ 7/1989, S. 420 ff.; https://www.bundeskanzleramt.gv.at/themen/at25eu/hintergrundinfo/oesterreichs-weg-in-die-eu.html; https://images.app.goo.gl/u8XGSQY4H9mSH11U9
[3] Vgl. „e“ 4/1989, S. 421
[4] Vgl. „e“ 4/1989, S. 210ff.
[5] Vgl. „e“ 7/1989, S. 422 ff.
[6] Vgl. „e“ 4/1989, S. 258 ff.
[7] Vgl. „e“ 4/1989, S. 261: EFTA-EG-Rohstoffpreisausgleich Wurstbauer 8/9/1989, S. 541 f.
[8] Vgl. WIFO Gutachten „Österreichische Optionen einer EG-Annäherung und ihre Folgen“, III-113 der Beilagen XVII. GP-Berichts-06 Beilage D, auszugsweise wiedergegeben in „e“ 12/1988, S. 772 f.
[9] Kneuser, „Demokratisierung durch die EU: Süd- und Ostmitteleuropa im Vergleich“ S. 282
[10] Vgl. „e“ 11/12/1991, S. 658 f. und „e“ 1/1992, S. 39 ff., „e“ 5/1990, S. 289 ff.
[11] Vgl. „e“ 6/1988, S. 395 ff., „e“ 2/1989, S. 111 ff., „e“ 12/1989, S. 769 ff, „e“ 9/1991, S. 546ff. und „e“ 3/1994, S. 128 ff.
[12] Zum Verständnis der handelspolitischen Instrumentarien des Freihandelsabkommens zwischen EWG und EFTA aus 1960, bestehend aus Zöllen, beweglichen Teilbeträgen in Form von Erstattungen beim Export und Ausgleichsabgaben beim Import, Lizenzen, etc. vgl. „Agraraußenhandel in Diskussion“, Monatsberichte des Instituts für Wirtschaftsforschung 2/1978, S. 69 ff; weiters z. B. „e“ 4/1993, S. 218 ff; „e“ 5/1990; S. 289 ff; „e“ 3/1988, S. 185 ff.
[13] Vgl. „e“ 9/1991, S. 483 f.
[14] Vgl. „e“ 9/1991, S. 482 f.
[15] Vgl. „e“ 2/1993, S. 74
[16] Vgl. „e“ 4/1993, S. 219 f.
[17] Anm. des Verfassers dieses Beitrags
[18] Vgl. „e“ 7/8/1995, S. 317
[19] Vgl. „e“ 5/1996, S. 323 f.
[20] Vgl. „e“ 1/1995, S. 10
[21] Vgl „e“ 7/8/1994, S. 338
[22] Vgl. „e“ 7/8/1994, S. 340
[23] Vgl. „e“ 2/1995, S. 61 ff.
[24] „L’Autriche, c’est ce qui reste“(„Österreich ist das, was übrig bleibt“): Die Anleihe bei diesem, dem französischen Ministerpräsidenten Georges Clemenceau anlässlich der Friedensverhandlungen von St. Germain nach dem Ersten Weltkrieg zugeschriebenen Zitat, das die an allen Gliedern erfolgte Amputation des k.u.k. Staatsgebiets euphemistisch verbrämte, ist angesichts der für die Land und Lebensmittelwirtschaft mit dem Beitritt herbeigeführten Umwälzungen stark übertrieben. Sie ist aber nicht so weit hergeholt, dass sie gänzlich unpassend wäre: Sowohl für die Republik als auch für ihre Land- und Lebensmittelwirtschaft gilt nämlich, dass sie sich entgegen allen anfänglichen Defätismen und nach gefährlichen Rückschlägen später auf das Prächtigste entwickelt haben.
[25] Vgl. „e“ 2/1995, S. 61  
[26] Vgl. „e“ 10/1995, S. 454 ff. und „e“ 4/1996, S. 202 ff.
[27] Vgl. „e“ 5/1996, S. 282 f.; „e“ 6/1996, S. 238 f. und „e“ 7/8/1996, S. 392
[28] Vgl. „e“ 6/1996, S. 338 f. und „e“ 7/8/1996, S. 390 f.

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